Die wahre Bedeutung der Zahlen in Wissenschaft und Religion

Es handelt sich bei dem nachfolgenden Text um einen die Zahlen betreffenden Auszug aus einem umfangreicheren Aufsatz. Michael StelznerBedeutung der Zahlen als das Verbindende von Wissenschaft und Mystik in Anknüpfung an die jüdisch-kabbalistische Tradition, ein Beitrag anlässlich der Tagung „Von der Wissenschaft zur Mystik“ an der „Universidad de la mística“ Ávila vom 2.-6. Oktober 2008, veröffentlicht in: Aufgang, Jahrbuch für Denken, Dichten, Musik,  6/2009, Verlag Kohlhammer, herausgegeben von José Sánchez de Murillo, Martin Thurner     (Link zum GesamtText z.Zt. in Vorbereitung)

(gekürzt) Erst wenn sich jemand, die Sprache der Zeit sprechend, finden würde, dessen Verzweiflung und Wahrhaftigkeit groß genug wären, um die Einheit der Extreme zuzulassen, wäre Kommunikation möglich. Dass es solche Wissenschaftler gibt, lässt ein Vorwort Erwin Schrödingers nach Erhalt des Nobelpreises, angesichts der erschütternden Wirklichkeiten in der Quantenmechanik, hoffen: „Ich sehe keinen einzigen Ausweg aus dem Dilemma wenn wir unser wahres Ziel nicht für immer verlieren wollen -, als dass sich einige von uns an die Synthese von Fakten und Theorien heranwagen, wenn auch mit übernommenem und unvollkommenem Wissen und mit dem Risiko, sich lächerlich zu machen.“ [1]

Der Versuch einer Synthese kann trotz allem nur in der Sprache die wir sprechen beginnen, und das ist heute die wissenschaftliche. Wenngleich die Wissenschaft bezüglich des Subjektes und seines offensichtlich mächtigen Bewusstseins bisher versagt hat, so basiert sie dennoch auf dem Privileg des Menschen, mithilfe der Vernunft Einheit sichtbar werden zu lassen. Daher nährt sich die Hoffnung, auf dem für viele der Trockenheit einer Wüste gleichenden wissenschaftlichen Terrain ein Rinnsal zu entdecken, dass die Verbindung zum anderen Extrem, dem Ozeanischen herstellt. Wenn wir die Wissenschaften mit der Mystik in Verbindung bringen, dann bringen wir Extreme in Verbindung, dann bringen wir Dinge in Verbindung, die das sind, was sie sind, weil sie sich zunächst einmal gegenseitig ausgeschlossen hatten. Es war Pythagoras, der solche Vernunft beschrieb: „Das Gleichnis dessen, der die höchste Vernunft besitzt, ist und kann nur die Fähigkeit sein, die Beziehungen zu erkennen, die auch Dinge einen, die scheinbar keinerlei Verbindungen zueinander haben.“ Er hinterließ uns zudem die Instrumente des Verbindens in dem Satz „Alles ist Zahl“. Die Zahl gehört zwei sich zu einander komplementär verhaltender Welten an, der Welt des Objektiven und der Welt des Subjektiven, der quantitativen Welt der Mathematiker und der sinnstiftenden Welt der Qualitäten, kurzum der konkreten Welt und der Welt der Ideen. Die Zahl zählt und erzählt gleichermaßen.

(gekürzt)    Bei der Suche nach den Ursprüngen der jüdischen Theologie und ihrer Kabbala wird als deren Voraussetzung immer wieder das Erbe der Kulttheologie betont.[2] Das stellt die erzählende Seite der Zahl unter den Verdacht, lediglich ein Relikt aus ihr zu sein. Zweifelsfrei führten die frühen mythischen Weltbilder zu einem komplexen System kultischer Vorstellungen, in denen man die Schöpfung und ihre Ordnung in einer Kultordnung und einem Kultkalender einzufangen versuchte. So konnte sich der Mensch selbst in die Ordnung einfügen von der alles Gedeihen abhing. Bei diesen geschichtlichen Darstellungen beeindruckt die praktisch-kultische Unterwerfung des Menschen immer wieder so sehr, dass dabei die Frage nach dem tieferen Wirkungszusammenhang zwischen Himmel und Erde unter gleichzeitiger Einbeziehung der Macht des Subjektes fast immer vergessen wird. Vor allem vergisst man dabei, dass ein Wirkungszusammenhang von der zumeist nicht mehr gestellten Frage abhängt, ob es eine geregelte Komposition von Bedeutungseinheiten (Welt der Ideen) gibt, die hinter ihm steht. Wer nach der Urordnung, nach der Quelle der Schöpfung sucht, der stößt zunächst auf die Metaphorik und dann unausweichlich auf die Zahlen. Die heiligen Schriften der Religionen und die Schöpfungsmythen sind interpretationsabhängig und oft widersprüchlich. Immer aber beziehen sich die Schöpfungsworte auf Zahlenzusammenhänge kein Schöpfungsmythos, der bei der Beschreibung der Urordnung nicht auf Zahlenverhältnisse zurückgreifen würde. Dazu kommt die Tatsache, dass Zahlen älter sind als Worte.

Am deutlichsten wird das in der Religion der Maya, in der die einzelnen Götter mit Zahlen einfach identisch sind.[3] Auch die Genesis stellt dem gesamten biblischen Kanon eine Schöpfungsordnung voran, die mit der Ordnung der fortlaufenden Zahlen identisch ist. Selbst das ethische Grundgesetz der Thora, der Dekalog wird, wie es sein Name ausdrücklich sagt, mit der Zahl, vornehmlich mit den 10 Schöpfungsworten in Verbindung gebracht. Eine solch frühe „Kabbala“ entspricht ihrem Grundgedanken nach der Philosophie Platons. Sie setzt wie diese darauf, dass sich die Natur allen Seins auf klare, rationale Strukturen zurückführen lässt.

Der alte und neue Zahlbegriff

Wir haben heute den Zahlbegriff auf das Quantitative, das Zählende reduziert und zu dem Erzählenden, den qualitativen Vorstellungen keinen Zugang mehr. Das Theoriesystem dahinter liefert jedoch beindruckend geordnete, theosophische Gedanken aus denen auch die Mythen gewebt sind. Die Mythen entziehen sich einerseits bis heute allen bisher bekannten phänomenologischen Untersuchungsmethoden. Andererseits verweisen sie auf präexistente Gegebenheiten, also Dinge, die schon vor der Weltschöpfung existierten. Wegen ihrer grundlegenden Qualität sahen C.G. Jung und M. Eliade in ihnen eine Erhärtung ihrer These von den Archetypen der Psyche. Am Ende seines Lebens hat auch C.G. Jung die Quintessenz aus der Suche nach den Archetypen gezogen und in den natürlichen Zahlen „dasjenige Element gesehen, welches die Bereiche von Psyche und Materie gemeinsam anordnet“.[4]Deren Erforschung trug er zwei Jahre vor seinem Tod seiner engsten Mitarbeiterin, Marie-Luise von Franz als Vermächtnis auf.[5]

Die qualitative, die erzählende Seite der Zahlen ist unserer Zeit fremd. Doch beschäftigen wir uns mit ihr ernsthaft, dann könnte man regelrecht erschrecken vor den Hinweisen großer Geister, die den Zahlen eigene Entitäten und die Schlüsselrolle der Erkenntnisfähigkeit zukommen lassen.

Es war nicht nur Leibniz[6], der ihnen schon in seiner ersten Schrift die prästabilisierende Harmonie des Ganzen zuschrieb. Wolfgang Pauli[7], Henri Poincaré[8], Hermann Weyl[9], oder Philip J. Davis[10] haben immer wieder hervorgehoben, dass die natürlichen Zahlen »Persönlichkeit« und einen »individuellen Charakter« besitzen, also keineswegs nur künstliche oder erfundene Ordnungen sind. Werner Heisenberg[11] zeigte nicht nur großes Interesse am Pythagoreischen Zahlenprinzip sondern hat in diesem Zusammenhang die Wichtigkeit der Zahl als solche oft genug unterstrichen. Auch Heinrich Hertz bemerkte, dass man sich dem Eindruck nicht entziehen könne, dass mathematische Formeln ein eigenes Leben und eigene Intelligenz besäßen und dass sie weiser seien als ihre Entdecker, „indem man mehr aus ihnen herausholen könne, als wir ursprünglich in sie hineingelegt hätten“.[12]

Der Eindruck, dass die Zahlen das ordnende Band des Weltenbaues, also eine Art Betriebsprogramm der Evolution sind, gehört keineswegs der Vergangenheit an sondern drängt sich heute mehr denn je vielen Naturwissenschaftlern auf. Auch wenn die so auf die Zahlen Aufmerksam-Gewordenen aus ihrem naturwissenschaftlichen Kontext heraus allein nicht mehr herauszuholen vermögen, so führt sie ihre konsequente Denkweise hin zu Platons »Anschauung der wahren Natur der Zahlen« (s. nachfolgendes Platon-Zitat). Zwei Zitate sollen das erhellen:

Sir Roger Penrose, Rouse-Ball-Professor für Mathematik an der Universität Oxford hält die platonische Sichtweise für zwingend und spricht von einem sogenannten „nicht-rechnerischen, aber wissenschaftlichen Element“, das uns „zu wahrer Erkenntnisbefähigt“. Penrose folgt Platon und verlangt, seine Ideen zu ergründen: „Ich hoffe, die Leser von der engen und wesentlichen Beziehung zwischen der platonischen Welt und der Welt der physikalischen Objekte überzeugt zu haben. Allein das Vorhandensein dieser außerordentlichen weiterhin zutiefst rätselhaften Beziehung wird, so hoffe ich, den Skeptikern helfen, die platonische „Welt“ vielleicht etwas ernster zu nehmen als zuvor. Möglicherweise werden einige auch weitergehen als ich es mit diesen Überlegungen tun wollte.“[13]

Von John D. Barrow, Prof. für Astronomie an der Universität von Sussex in Brighton, hören wir: „Naturwissenschaftler glauben daran, dass es ein Universum mit einer einzigen allgemeingültigen Gesetzgebung gibt, die letztlich allen Unterabteilungen der Naturwissenschaft die Marschbefehle erteilt. In den letzten Jahren ist die Suche nach dieser einen „Theorie für Alles“ zum heiligen Gral der Grundlagenwissenschaften geworden. Wenn sie gefunden ist, wird ihr Inhalt logisch konsistente Mathematik sein. Was aber ist Mathematik, und warum vermuten wir in ihr das Geheimnis des Weltalls? Warum suchen wir die Antworten auf die letzten Fragen über das Wesen der physikalischen Wirklichkeit in der Mathematik? Was ist überhaupt Mathematik, und warum bewährt sie sich? Wenn wir diese Frage nicht beantworten können, beruhen unsere wissenschaftlichen Erklärungen letztlich auf Dingen, die wir nicht verstehen, auf den unfassbaren Geheimnissen, die hinter den unangreifbaren Zinnen eines Luftschlosses liegen. “ „Warum folgen die Dinge dem Pfad, den eine Folge von Zahlen vorgibt, wie sie sich aus einer Gleichung auf einem Stück Papier herleiten lassen? Gibt es zwischen ihnen eine geheime Verbindung? Ist es reiner Zufall oder könnte es gar nicht anders sein?“[14] Wenn es sich erweisen sollte, dass die Zahlen das Betriebsprogramm der Schöpfung sind, dann kann es in der Tat gar nicht anders sein! 

Die Zahl – das Symbol an sich      (grch. »Symbolon« bedeutet das Verbindende)

Für die jüdische Mystik, die Kabbala, ist die Hochsprache der Religion eine Sprache der Zahlen. Dass dies für alle Religionen gilt, kann ich in diesem Rahmen nur behaupten. Wenn das aber so ist und wenn wir darüber hinaus eine tragfähige Wissensbasis schaffen wollen, welche die Defiziteunseres derzeitigen wissenschaftlichen Wissens aufzufangen vermag, dann müssen wir die bisher scheinbar noch unvereinbaren Extreme, das tradierte Kulturwissen einerseits und die moderne Naturwissenschaft andererseits über einen gemeinsamen Bezugsrahmen verstehen lernen. Das ist demnach nur möglich, wenn auch die Sprache der Naturwissenschaft in der Sprache der Zahlen begründet ist. So gilt es, die Sprache der Evolution als eine Sprache der Zahlen zu entschlüsseln.

Hinweise und Gelegenheiten dafür bieten sich besonders dort, wo wir es mit Symbolen und Metaphern zu tun haben. Die Metaphorik und Symbolik gehören heute nicht mehr nur der Esoterik an. Sie haben inzwischen als Wissenschaftsmetaphorik und Wissenschaftssymbolik eine interdisziplinäre Funktion eingenommen. Von dort aus gelangt man durch einen kleinen Schritt der Abstraktion zwangsläufig zu den Zahlen. Nicht mehr vom zählenden Auge geblendet wird man gewahr, dass nicht nur die Religionen die Schöpfung der Welt und ihre Ordnung mit den Zahlen begründen. Die Philosophie und die Naturwissenschaften haben es schon von Anfang an getan. Das allgemein bekannte »Alles ist Zahl« des Pythagoras von Samos (ca. 540 v.Chr.) können wir möglicherweise noch als eine vorzeitliche Ansicht eines Vorsokratikers abtun, nicht aber mehr die daraus abgeleiteten Zusammenhänge. Die Relativitätstheorie ist ein „Pythagoreismus ungeahnten Ausmaßes (Einstein). Wer annimmt, die Raumzeit habe keinen Bezug zur Weisheit des Pythagoras, der reduziert den Philosophen auf das rein Quantitative, auf die rechnende Mathematik. Solches Vorgehen ignoriert die sie ursprünglich begründende Zahlenweisheit und verfehlt, wie uns das folgende Beispiel zeigt, den wahren Kern der Philosophie:

Der Urvater der abendländischen Philosophie ist Platon. Auf seinen Grundmauern ruhen unzählige geistige Gebäude.[15] Wir kennen den Kern der platonischen Philosophie, die Ideenlehre. Nach ihr besteht die wahre Wirklichkeit der Welt nicht aus den Einzeldingen dieser Welt, sondern aus „allgemein urbildhaften Ideen“. Was denn aber die urbildhaften Ideen sind, das ist entweder unbekannt oder die Antwort Platons erscheint zu einfach, um sie als Schlüssel seiner Erkenntnis zu akzeptieren. Dabei finden wir sie in unmissverständlicher Form in der Mitte seines Hauptwerkes, der Politeia:

was allen Künsten und Forschungen und Wissenschaften unentbehrlich ist, und was denn jeder mit als Erstes erlernen muss. Diese ganz bescheidene Weisheit: die richtige Kenntnis der Eins, der Zwei und der Drei.“[16] Dass unter der »richtigen« Kenntnis nicht nur eine quantitative sondern vor allem auch eine der übergeordneten Idee zugehörige qualitative Schau zu verstehen ist, die sowohl dem Kriegsmann wie dem Philosophen dient, das stellt Platon klar und deutlich heraus: „Es obliegt uns also dies Fach (Zahlenkunst) zum gesetzlichen Lehrfach zu machen und diejenigen, die künftig im Staate der höchsten Amtsgewalt teilhaftig sein sollen, zu veranlassen sich der Zahlenkunst zuzuwenden und sich mit ihr zu befassen nicht etwa bloß in laienhafter Weise, sondern bis sie durch reine Vernunfttätigkeit zurAnschauung der wahren Natur der Zahlen gelangt sind, eine Art der Behandlung, die nichts gemein hat mit Kaufen und Verkaufen wie bei Kaufleuten und Krämern…“.  Für Platon war jenes Lehrfach ein „besonders feines Fach“, weil es, wie er es ausdrückte,  „die Seele offenbar nötigt auf dem Wege des reinen Denkens sich der reinen Wahrheit zu nähern.“ [17]

 Das Wesen der Zahl …

Man könnte sagen: welch herrliche Gesetze hat der Schöpfer in die Zahlen gelegt!“, so Wittgenstein [18].  Auf die die Religion, Philosophie und die Naturwissenschaften bewegende Frage, was denn wahr ist, gibt es immer nur Antworten, die mit den Zahlen zu tun haben. Mit Zahlen ordnen wir die Welt und wir versuchen die Welt, mit Zahlen einzuholen. Zum einen laufen wir in unserem Verstehen-Wollen der Welt und ihrer durch die Zahl geprägten Ordnung nach. Zum anderen ist sie uns voraus. Sie ist die Grundlage und Vorbedingung unseres exakten Denkens. Die Existenz der Zahlen ist wirklicher als die Existenz von Zeit und Raum. Zahlen sind präexistent und das Abstrakte an sich. Nur deshalb lassen sich Raum und Zeit durch sie ordnen.

Wenn alles, die Welt und auch wir und unser Denken der Zahl zugehörig sind, dann verstehen wir unser Tun als Selbstbewegung, mit der wir unseren Platz in der Ordnung finden. Wo anders sollten wir dann eine Antwort auf die Frage nach uns und dem Phänomen des Bewusstseins finden als in dem, was uns die Zahlen erzählen können?

Religion, Philosophie und Naturwissenschaft suchen die Ordnung mit Hilfe der Zahlen. Sie unterscheiden sich nur in ihrem Weg und dem auf ihm liegenden Gegenstand. Während sich die einen dem Transzendenten, der Idee, den Archetypen, kurzum dem Ideal zuwenden, beschäftigen sich die anderen mit der ihnen real erscheinenden Wirklichkeit der Dinge.

   … aus der Sicht der Religion

Der Ordnungsbegriff ist, ob quantitativ oder qualitativ verstanden, vom Begriff der Zahl nicht zu trennen. Die Religion beschreitet den qualitativen Weg und konzentriert sich auf die Qualität des Ursprungs. Auf ihn hin hinterfragt sie die von der Polarität geprägten Beziehungen in der Welt. Sie sind aus ihm hervorgegangen und von ihm geprägt.

Sobald jemand ordnet, dann ordnet er es, in welche Ausdehnung auch immer, entweder »vor« oder »nach« etwas schon Vorhandenem. Das  »vor«  oder  »nach«  ist ein Nachvollzug der Ur-Beziehung  »Eins-Zwei«. Diese erste Beziehung ist die Ahnbeziehung aller Beziehungen. Das schlägt sich zahlensymbolisch im Namen des Ahnvaters der drei großen abrahamitischen Religionen nieder, dem Judentum, dem Christentum und dem Islam. »Abraham« ist gleichbedeutend mit der Zahlenfolge 1-2-200-5-40 und bedeutet »Vater einer großen Menge«. Nach der expliziten Benennung der Urbeziehung »Eins-Zwei« folgt der dann bewusste Versuch einer Heilsgeschichte. Zahlensymbolisch ist die »große Menge« die der Urbeziehung folgende, unendliche Vielzahl aller Zahlbeziehungen. Mit der Vätergeschichte Abrahams kommt sodann und erst ab dort -, – auch fortlaufend der Begriff »Vater«, 1-2-10 (hebr. Aba, אבי) vor. Er verbürgt die ewige Gegenwart der Urbeziehung.

Die fortlaufenden Zahlen sind die Repräsentanten dieser Urbeziehungen, der Ordnung und Wechselwirkung an sich. Die Zahlen verraten uns, was Beziehungen im ursprünglichen Sinn sind und wie sie zustande kommen. Beziehung ist Bindung. Und in der besonderen Art der Bindung jeder Zahl besteht ihre umfassende Einmaligkeit.

Machen wir uns dazu am Zahlenstrahl klar, wie eine Zahl entsteht: Jede Zahl ist eine solche nur, weil sie dies ist in Bezug und in unverbrüchlicher Bindung an die Eins, dem Repräsentanten der Einheit, Ganzheit und Vollkommenheit (s. Abb.).

Zahlenstrahl g1

Die Vier ist die Vier, weil sie eben viermal die Einheit repräsentiert! Und die Sieben ist nur Sieben, weil sie gerade siebenmal die Einheit repräsentiert! Jede Zahl definiert sich und damit ihre Individualität an der Einheit, Ganzheit und Vollkommenheit. Nichts ist so sehr und unverbrüchlich an die Einheit gebunden wie die Zahl. Das macht sie zur wahrhaftigen, göttlichen Sprache der Schöpfung. Die Zahl 2 ist das seinem Schein nach Andere. Mit ihr beginnt die nicht endende Vielheit. In der Sprache der Zahlen gibt es nach dem o.g. Bild jedoch keine Vielheit, welche nicht die Einheit spiegelt und offenbart. Da jede Zahl den Ursprungsbezug in sich trägt – mithin durch die Einheit ist haben darüber hinaus alle Zahlen eine eindeutige Beziehung auch untereinander. Als Ganzes verleihen sie der Einheit sodann eine größere Dimension. Aus der Einheit, dem anfänglich ungreifbaren Punkt, der Alles und Nichts vereint, wird ein Kreis. Der Dimensionszuwachs vom dimensionslosen, ungreifbaren Punkt zum dimensionshaften (»teilhaftigen«) Kreis wurde durch die Vielheit der Zahlen erreicht. Wie viele Zahlen auch immer die Peripherie des Kreises bilden, sie bilden ihn deshalb, weil sie unabhängig von ihrer individuellen Größe – jede für sich allein auf den Ursprung bezogen sind. Die Zahlen setzen das Grundthema jeder Philosophie und Religion ins Bild: das Gegenüber von Gott (Einheit) und Welt (Vielheit), das Gegenüber der „Zahl“ 1 und der „Vielheit der Zahlen“. Jede Zahl steht dabei für eine Idee. Die erste und letzte Idee aber im Bilde der Zahlen ist die Einheit aller Unterschiede.

Die Bindung der Zahl ist vollkommen. Sie dient der Einheit und stellt sich ihr uneingeschränkt zur Verfügung. Insofern verzichtet sie als vollkommen dienendes Wesen auf jegliches Eigenleben. So kennen und benutzen wir sie. Eine Zahl kann alles zählen. Beim Zählen wird sie automatisch, geradezu selbstlos, zum Zeichen dessen, was sie zählt. Wir sagen, sie kann potentiell alles bedeuten. Ihre Grunddeutung indessen verliert sie nie. Das aber gerade gibt ihr das Eigenleben zurück, das wir in allen Erscheinungen finden und an ihr so bewundern. Es ist die paradoxe Einheit von Hingabeund resultierendem Lebensgewinn, die der Gegenstand aller Religionen ist. Jene Beziehung resultiert aus der Ur-Beziehung »Eins«Zwei«. Sie ist der Hüter des Grals, des letzten Ordnungsgesetzes. In der Metaphorik der zwei Cherubim bewacht sie den Eingang zum Paradies.

Aus dem religiösen Kontext heraus kann uns klar werden, wie noch einseitig die heutigen Naturwissenschaften die Zahl betrachten. Die absolute Verbindlichkeit der Zahl macht sie universell und zu dem Hilfsmittel der Naturwissenschaft, das wir kennen. Daraus zu schlussfolgern, die Zahl hätte deshalb keine spezifische Qualität und sie stünde ausschließlich für Quantität, nur weil sie sich mit jeder Qualität verbinden kann, ist ein schwerwiegender Trugschluss. Das käme dem Trugschluss gleich, dass jemand, der mit Menschen aller Glaubensrichtungen und Einstellungen kommunizieren kann, deshalb selbst keine Qualität und kein Profil besitzen würde, also minderwertig oder minderentwickelt wäre. Das ist nicht so – im Gegenteil, und wir wissen es, denn die Menschen erstreben diese göttliche Qualität in der Projektion auf einen Messias. Der Zahl wegen ihrer universellen Fähigkeit auch ihre jeweilige individuelle Qualität abzusprechen, ist unlogisch und nicht haltbar. In ihr kommt vielmehr der Sinn von Individualität, der Ungeteiltheit trotz Teilhaftigkeit, in seiner tiefsten Bedeutung des Wortes zum Ausdruck.

 

   … aus der Sicht der Naturwissenschaft

Die Mathematik sowie die gesamte Naturwissenschaft kann wegen des Preises ihrer Bindung an das Konkrete trotz ständiger Verfeinerung ihrer Mittel die natürlichen Vorgänge und Zusammenhänge des Lebens immer nur beobachten und beschreiben, jedoch ohne Hinzunahme der Anderswelt, der geistigen Welt nicht deuten. Sie kann es nicht, weil sie den »Ursprung« nicht kennt; sie kennt nach ihrem Sprachgebrauch die »Anfangsbedingungen« nicht.

Das gilt seit dem Jahre 1931 durch den Mathematiker Kurt Gödel als gesichert. Damals erlitt die Welt der Mathematik einen Schock. Kurt Gödel setzte dem Traum einiger Mathematiker, die logische Widerspruchsfreiheit, die Konsistenz der Mathematik aus sich selbst heraus beweisen zu können, ein Ende. Er bewies, dass die mathematischen Wahrheiten mehr sind als Konstruktionen aus Axiomen und Regeln. Ab da an war auch naturwissenschaftlich klar, dass man aus der Mathematik herausgehen muss, wenn man sie voll verstehen will. Ansonsten bleiben in ihr immer unentscheidbare Aussagen. Das in dem Aufsatz „Über formal unentscheidbare Sätze der Principia Mathematika und verwandter Systeme“ genannte Gödelsche Unvollständigkeitstheorem lässt es nicht mehr zu, die Mathematik für sich allein als die letztgültige, vollkommene und vollständige Theorie zu sehen. Das bot die besondere Gelegenheit, den letzten Dingen der Wirklichkeit näher zu kommen. Aber die auf so strenge Logik und Unbestechlichkeit orientierten Mathematiker machten paradoxerweise nun das, was sie eigentlich von den subjektiven Wissenschaften unterscheiden sollte; sie waren subjektiv und blieben in der alten Denkweise verhaftet.

Gödel war nicht nur einfach Mathematiker. Er war vor allem ein Vertreter des Platonismus. Zahlen waren für ihn wirklicher als die vermeintlich realen Dinge. Gödel glaubte an die Welt der Ideen, aus der heraus sich die mathematische Realität speist. Die naturwissenschaftlich-mathematische Welt ist eine Ableitung aus der Welt der Ideen und kann deshalb allein aus ihrer Position heraus nicht befriedigend erklären, weshalb Materie entsteht und was sie bewegt. Das bedarf eines übergeordneten Sinnzusammenhanges wie er durch den Verweischarakter der Zahl erstellt wird.

Die Wirklichkeit lässt sich nur verstehen, wenn sie zwingend eine sprachliche Struktur enthält und so der Ordnung folgt. Die Naturwissenschaften bedienen sich mit dem Experiment und der Mathematik in ganz dinghafter Weise der ordnenden Sprache der Zahlen. Konkret bedienen sie sich der in der Mathematik eingebauten Logik. Ihre Elemente, die Zahlen und ihre Beziehungen zueinander erzwingen diese Logik. Weil das so ist, ist eine weitgehende Zusammenarbeit in der Forschung möglich. Das durchaus erstaunliche Phänomen bleibt unverstanden, bis man die ihr zugrundeliegenden Archetypen und ihre Beziehungen „beim Namen kennt“ (»zählen« im Sinne von »benennen«). Dazu aber müssen sie beginnen, die bisher einfach nur hingenommenen, wundersamen Selbstverständlichkeiten ihrer Werkzeuge zu hinterfragen. „Denn wenn ein denkendes Geschöpf von ihnen [den Zahlen] erfährt, kann sich dieses Geschöpf gar kein anderes Zählen vorstellen als jenes, das wir kennen. Warum sind die Zahlen uns mit solcher Gewissheit vertraut?[19] Zählen ist ein Zuordnungsprozess der direkt funktioniert.

Der Weg der Naturwissenschaften hin zu einer neuen Bedeutungsverleihung der Zahlen ist vorgezeichnet. Der Widerspruch, ihre Struktureigenschaften und somit ihre ordnungsstiftenden Qualitäten einerseits anzuerkennen, andererseits es aber abzulehnen, diese in ihnen selbst zu suchen, ist für eine auf die Dinge gerichtete Wissenschaft nur begrenzt durchzuhalten. Während das für sie so wichtige Objekt mehr und mehr schwindet und das bisher geschmähte Subjekt an Bedeutung gewinnt, erhält das Prinzip der Beziehung ein besonderes Gewicht. Im Grunde haben uns heute schon Mathematik und Physik gelehrt, dass die Beziehung dem Element voraus geht. Das System entsteht aus Beziehungen und nicht aus Elementen. Es gibt keine autonomen Teilchen, die nicht wieder als Beziehung zu definieren wären.[20] Alles sind Beziehungen.

Selbst wenn man von der kaum mehr zu haltenden Annahme, Zahlen hätten nur eine quantitativ, zählende Eigenschaft, ausginge, so kommt ein das hochgradig geordnete Universum ernsthaft hinterfragender Wissenschaftler an dem Urordnungselement Zahl nicht vorbei. In einer Welt, die in allen ihren Teilen von der Polarität geprägt ist, fehlt der Zahl offenbar als einziges ein wirklicher Gegenpol. Sieht man ihre innere Dynamik und ihre inneren Beziehungen nicht, dann ist sie als Ganzes etwas Ungespaltenes, Ungeteiltes, weil Nichtpolares. Das macht sie einmalig. Im naturwissenschaftlichen Sprachgebrauch entspricht das dem Prinzip einer Singularität. Eine solche setzt aber die Gesetze und die Denke der herkömmlichen Naturwissenschaft, die dennoch und gerade auf die Zahl baut, außer Kraft. Der Widerspruch mahnt an, die Zahl auf ihre möglichen Botschaften hin zu untersuchen. Tut man es, dann gelangt man unweigerlich zu dem schon vorangehend dargelegten inneren Aufbau der Zahlenreihe, in der die individuelle Zahl eine solche nur ist, weil sie eine unverbrüchliche Beziehung zur Einheit, Ganzheit und Vollkommenheit hat, deren ontologischer Repräsentant die Zahl Eins ist. Unter all den relativen Größen unseres Universums sind die Zahlen „am wenigsten relativ“. Sie sind „Teilstücke“, aber alle Urrepräsentanten der „Ein-Sicht“.

 Die Konsequenzen um das Wissen der Archetypen  –  die erweiterte Sicht …

  … für die Naturwissenschaften

Mit dem Wissen dass die Zahlen die Ordnung vorgeben und dass das Maßgebende hinter der Ordnung die »Zahl 1«, die Einheit, Ganzheit und Vollkommenheit ist, legen die physikalischen Erkenntnisse und Experimente ein anderes, neues Zeugnis ab. Allein die heute als banal geltende Erkenntnis, dass der theoretische Anfangszustand des Universums ein einziger ist, aber zugleich die größte Vielfalt an Möglichkeiten einschließt, und dass in diesem Anfang das Maß der Unordnung (Entropie) gleich Null ist, d.h. einen Zustand der maximalen, der reinen Ordnung darstellt, bekommt eine ausgesprochen tiefe Bedeutung. Das gilt für die meisten Experimente. Dazu einige Beispiele:

Pythagoras interessierte sich für die Umstände, die den Zustand der Harmonie herbeiführen und untersuchte das Harmonieempfinden des Menschen am Monochord, einem einfachen Saiteninstrument. Dabei wies er nicht nur die Korrelation der Tonhöhe von der Länge der klingenden Saiten nach sondern entdeckte etwas Normatives, das Jahrtausende später durch die Atomphysik bestätigt wurde, dort hingegen auf das Unverständnis seiner Entdecker stieß und schließlich zur Entwicklung der Quantenmechanik führte: Es war die Tatsache, dass Harmonien durch ganze Zahlen entstehen! Konkret: Die konsonierenden Intervalle der Tonleiter, d.h. die »Harmonien« werden durch einfache, d.h. ganzzahlige Verhältnisse ausgedrückt! Eine Oktave entspricht dem exakten Zahlenverhältnis 2:1, eine Quinte 3:2, eine Quarte 4:3 usw. Durch die Entdeckung des Pythagoras kann der Mensch dieses erstrebenswerte Ideal – den Zustand der Harmonie – formell erfassen. Der Schlüssel sind zweifelsfrei die ganzen Zahlen.

Der suchende Mensch, den das Gefühl der Vertreibung aus dem Paradies quält, erkennt mangels »Ein-Sicht« nur die halbe Wirklichkeit, empfindet sich folglich nur als das Gebrochene und als ein verstimmtes Musikinstrument im Orchester der Schöpfung. Ihm fehlt die ideale harmonikale Resonanz. Wie sehr hier das Prinzip und die praktische Wirklichkeit korrelieren, kennen wir aus Erfahrung. Sind Körper oder Seele von Zeit zu Zeit einmal verstimmt, dann erreichen wir mitunter Heilung durch das Aufnehmen musikalischer Harmonien. Sie wirken, obwohl dem Musikkonsumenten dabei nicht bewusst ist, dass diese Harmonien durch die ganzen Zahlen bewirkt werden.

Der denkende Forscher jedoch dringt durch seine aus der Disharmonie kommenden Fragen entsprechend weiter vor. Sein Tun führt ihn zu der gleichen normierenden Welt der ganzen Zahlen, die schon Pythagoras am Monochord demonstrierte und in seiner Folgewirkung am pythagoreischen Dreieck beleuchtete. Die Atomphysiker fanden die sprunghaften Übergänge der Elektronen (Quantensprünge), zu deren Erstaunen zwischen deren strahlungsfreien »Umlaufbahnen« keinerlei Übergang (!) existiert. Dies führte zur Entwicklung der Quantentheorie, später der Quantenmechanik und der bis heute nicht abgeschlossenen Quantenfeldtheorie. Die Quantensprünge der Elektronen und deren festen »Umlaufbahnen« gleicht dem Monochord. Beide zeigen die regieführende Wirkung der ganzen Zahlen. Was für die Forschung auf der subatomaren Ebene so eigenartig und unerklärlich aber zweifelsfrei wirksam ist, haben sie auf der atomaren Ebene hingenommen, ohne deren philosophische Bedeutung zu würdigen. Man bedenke: Unsere substanzielle Welt, die chemischen Elemente, ordnen sich im Periodensystem der Elemente nach den ganzen Zahlen! Die geschöpfte Substanz ist notwendig eine Vielheit von Elementen. Weil sie aber der Zahlenordnung folgt, bleibt sie, der Einheit, Ganzheit und Vollkommenheit unterstellt, so, wie jede einzelne Zahl der Einheit verbunden bleibt und sonach ihre Existenz begründet.

Die Zahlen, wie die Elemente, wurden vom Menschen entdeckt und keineswegs von ihm erfunden. Sie waren vor ihm. In ihrer nur dem Prinzip und weniger dem Phänomen nach beschränkten Anzahl von Mustern bilden sie die Archetypen der Schöpfung, denn sie heben mit Eins an und haben keine naturgegebene Grenze, keine letzte Zahl. Die Zahlen geben die Ordnung vor und sind, weil auch wir Ausdruck der Ordnung sind, unsere geistigen »Denk- und Bildungsmuster«. Sie machen in ihrer Folge die einzelnen Ideen und die daraus entstehende Dynamik durchsichtig, die wir allgemein als Kausalitäten beschreiben (Es versteht sich, dass dies im Einzelnen an anderer Stelle nachzuweisen wäre).

Dass die ganzen Zahlen musterhaft wirklich allgegenwärtig sind, zeigt uns die Quantenmechanik auch hinsichtlich ihrer eigenartigen Resultate bezüglich des Konkreten an sich. Wir wissen, dass selbst die über uns kommenden und unser Leben rahmenden Parameter Zeit, Raum und Energie gequantelt sind und nur in wohl definierten Portionen und nicht etwa in beliebigen Größen vorkommen. Es gibt eine kleinste Zeit-, eine kleinste Raum- sowie eine kleinste Energie-Einheit. Unterhalb dieser Mindestgrößen verliert die Physik ihren Sinn. Das hat, was man sehr leicht übersieht, höchste Bedeutung. Wenn es ein halbes oder irgendwie geteiltes Quantum nicht geben kann und alle Pakete nur ganzzahlig sein können, dann bedeutet das, dass all die Größen, mit denen wir unseren Kosmos beschreiben, zwingend in Verbindung mit ganzen Zahlen vorkommen! Das hält worüber wir uns immer wieder wundern den Kosmos zusammen und macht ihm zu dem, was »Kosmos« bedeutet: Ordnung. Weil die Substanz an die Zahl gebunden ist, wie diese an die Einheit, bleibt trotz zunehmender »Teilhaftigkeit« das Ganze gewahrt. Nur so erleben wir, das was uns H.Lesch in seinem Vortrag mit kosmologischen Bildern vorgeführt hat: Der Kosmos lebt von den Nichtgleichgewichten und so genannten Symmetriebrüchen. Wo immer wir hinschauen, in all seinen Teilen begegnet uns der Fehler. Wir leben in einem Universum voller Fehler und doch bilanzieren wir: „Die Entwicklung des Universums ist eine einzige Erfolgsgeschichte“. Das verdanken wir der Ordnung, deren Repräsentanten die Zahlen sind.

Die weitgehende Unfassbarkeit des Ganzen (Einheit) verursacht bei uns erst einmal ein Unbehagen, das uns schon beim Blick in den unbegrenzten Kosmos beschleicht. Bei näherem Hinsehen und echtem Verstehen erweist sich diese Qualität jedoch als Garant einer zeitlosen Vollkommenheit, welche inhaltlich gesehen Zerstörung verhindert und die Schöpfung nach dem Urbild der Zahlen als durchgängiges Additionsprinzip erkennbar macht. Die durch den Erkenntnisprozess aus der Einheit zeitweilig herausgelösten Stücke öffnen sich einer wahren Einsicht dann, wenn man sie auf die im Hintergrund waltende Einheit bezieht. Solche Einsicht macht das schauende Individuum übermächtig und opferfähig, denn es macht mit seinem Geist die Teilstücke zu Gliedern des Ganzen – zur Offenbarung göttlicher Ordnung und Gerichtetheit.

  … für die Religionen, insbesondere für das Verhältnis von Zahl und Schrift

Die Zahl war vor dem Buchstaben. Und der Gebrauch von Zahlen entwickelte sich vor der Schrift. Der Kern der Kulturentwicklung liegt in den Zahlen. Beispielhaft ersehen wir das an den Megalithkulturen. Diese besaßen die Fähigkeit komplizierte astronomische Berechnungen durchzuführen, aber eben noch keine Schrift!

Die Logik der Schrift basiert auf der Logik der Mathematik und diese auf der Logik der Zahlenelemente. An deren Anfang und Ende wiederum steht, wie wir inzwischen wissen, der Durchgriff der Eins, der die Vielheit zusammenhält und regiert.

Die Schrift ist die menschliche Fähigkeit, die Einheit von Dingen durch einfachste Elemente ins Bild zu setzen und damit zu kommunizieren. Mit Hilfe der Einheit – hier »Einzelheiten« in Form der einfachste Buchstaben – wird Einheit offenbart. Ein Buchstabe, ein Satz und ein Aufsatz sind solche Einheiten in wachsender Größe. Die vollkommenste Ausformung erhält diese Einheit aber dann, wenn sie in allen ihren Dimensionen, Inhalt wie Form, diese Einheit zum Ausdruck bringt. Das ist beispielsweise bei einem Gedicht der Fall. Während ein gewöhnlicher Brief auch überaus Unangenehmes vermitteln kann, ist ein Gedicht von vornherein der Einheit geweiht, was der Leser weiß und an ihm besonders schätzt. Selbst ein trauriges Gedicht ist am Ende schön, wie wir mitunter sagen, „schaurig schön“. Das Versmaß und andere Stilmittel sind nur die Ausdrucksformen des immer Gleichen – der Ganzheit, des „Wahren, Schönen, Guten“, wie es Platon nennt.

Die höchste Kunst wäre es, wenn der Schreiber diese Ganzheit in wirklich allen Ebenen zum Ausdruck bringen würde. Dabei müsste schon jeder einzelne Buchstabe bereits die Ordnung erkennbar machen. Die so aus ihnen entstehenden Worte müssten sodann, der gleichen Ordnung und Hierarchie folgend, so aneinander gereiht sein, dass ihre Abfolge die noch immer sehr verborgene Einheit weiter entfaltet. Schließlich würde aus streng geordneten Buchstaben, Wörter, Sätze, eine ganze Geschichte, ein Kapitel, ein Buch und ein ganzer Kanon von Büchern entstehen. Das wäre dann wirklich eine die Einheit sichtbar machende, vollkommene, ganze und Heil offenbarende Schrift eine »heilige Schrift«. Sie liegt uns vor, und sie zu entschlüsseln ist wegen ihres Umfangs ein Lebenswerk. Wir werfen hier einen Blick auf die ersten drei Buchstaben:

Um die Ordnung der Zahlen in Buchstaben umzusetzen, müssen beide ihrem Inhalt, d.h. ihrer Qualität nach einander streng zugeordnet werden. Das ist in der biblisch-hebräischen Sprache der Fall. In ihr gibt es, keine gesonderten Zahlzeichen. Buchstaben und Zahlen sind identisch. Das Alef entspricht der Eins, das Beth der Zwei usw. Alle Buchstaben gelten als Schöpfungskräfte Gottes, haben einen Zahlenwert und einen ihnen zugeordneten Sinn. Jedes Wort stellt daher eine Abfolge von Zahlen dar, welche eine in ihr verborgene Dynamik von Schöpfungsgedanken anschaulich macht. Die Deutung von Wörtern und Texten erhält auf diese Weise eine zusätzliche Dimension.

An diese Stelle gehört eine dringende Abgrenzung und Klarstellung:  Wie jedes Instrumentarium kann auch dieses seinem ursprünglichen Zweck entfremdet und missbraucht werden. Dann entsteht ein gefährlicher kabbalistischer Unsinn wie wir ihn aus der aktuellen esoterischen Szene kennen, die über sogenannte Schlüsselzahlen „Macht- und Zauberinstrumente“ machen will. Diese Gefahr hat zu jeder Zeit bestanden. Für die Redaktoren der heiligen Schrift war es deshalb von vornherein notwendig, die Ordnung sicher erkennbar und nachvollziehbar zu halten. Die größte und entscheidende Standardisierung der Schriften des AT geschah höchstwahrscheinlich am Ende des 1 Jh. und Anfang des 2. Jh. n.Chr. Seit dem verfügen wir über den so genannten vormasoretischen Text, der im wesentlichen mit unserem heute bekannten masoretischen Text übereinstimmt.

Ein Verfall kann, wie wir heute wissen, nicht nur auf der spirituellen Seite sondern auch auf der wissenschaftlichen stattfinden. Kein geringerer als Heinrich Heine hat darauf hingewiesen: „Man kann die Ideen, wie sie in unserem Geiste und in der Natur sich kundgeben, sehr treffend durch Zahlen bezeichnen; aber die Zahl bleibt doch immer das Zeichen der Idee, nicht die Idee selber. Der Meister bleibt dieses Unterschieds noch bewusst, der Schüler aber vergisst dessen und überliefert seinen Nachschülern nur eine Zahlenhieroglyphik, bloße Chiffren, deren lebendige Bedeutung niemand mehr kennt und die man mit Schulstolz nachplappert. Dasselbe gilt von den übrigen Elementen der mathematischen Form.[21]

Die Botschaft der Thora ist nach dem soeben beschrieben Entfaltungsprinzip, analog der Urbeziehung Eins—Zwei schon im ersten Buchstaben, dem »Beth« des »Bereschit«, das im Alphabet zugleich der zweite Buchstabe ist, in Gänze enthalten – ähnlich eines Samenkorns, in dem bereits die gesamte Erbinformation steckt. Spätestens aber in den ersten zwei Worten und ihrer Gemeinsamkeit (Einheit) wird jedoch die schon in höchst konzentrierter Form enthaltene Botschaft des ersten Buchstabens deutlich.

Das dort behandelte Urproblem des Menschen ist seine von ihm so empfundene Trennung von der Einheit. Der Mensch findet sich in der für ihn verwirrenden Welt der Polaritäten, der Welt der Vielheit wieder. Im Zahlengleichnis ist das die Welt der Zahlen 2 bis Unendlich. Das einzige, dessen der Mensch sich sicher sein kann, ist die allgegenwärtige Polarität. Alles in der Welt ist von ihr geprägt. Von ihr ist er »abhängig« (s. die „schlechthinnige Abhängigkeit« Schleiermachers). Jene Qualität der Zweizahl verbindet der Mensch vorwiegend mit dem Sinn von Halbheit, Zweifel, Zwiespalt, Zwist und dem Begriff des »Gegeneinander«, worunter er leidet. Nur selten erhascht er von der Zweiheit einen positiven Eindruck, wie beispielsweise in einer »Zweisamkeit«, die wiederum nur vorübergehend und von kurzer Dauer ist.

Der Mensch mit seiner Erkenntnisfähigkeit, seinem unterscheidenden Verstand, ist seiner Natur nach getrieben, die Einheit zu reflektieren, denn er steht ihr zunächst gegenüber. Gelingt es ihm, die Beziehung zu ihr in rechter, verbindender (verbindlicher) Weise zu definieren, dann schließt er sie in seinem Bewusstsein ein, das sonach göttlicher Wesensart wird. Der Weg des Bewusstseins beginnt bei der Qualität, die ihr eigen ist. Das ist die Zweiheit, die Fähigkeit zu differenzieren, demgemäß auseinander zu halten und zu spalten.

Als der Mensch sich im biblischen Gleichnis der Erkenntnis zuwandte, ging er diesen Weg des Spaltens. Darin folgte er dem Schöpfer, der vorbildhaft die Welt an 6 Tagen immer durch den Vorgang der Abspaltung schuf (Licht-Finsternis, Wasser oben – Wasser unten; Wasser – Erde; Sonne – Mond, Wassertiere – Vögel; Landtiere Mensch). Der Weg der Entwicklung beginnt zahlensymbolisch gesehen mit der Zwei und ihrer Bedingtheit.

Die Genesis stellt mit dem Beth, dem 2.Buchstaben des Alphabets ganz demonstrativ die Zweizahl und ihren Widerspruch voran und entfaltet sodann das Prinzip durch alle Ebenen hindurch. Der ersten Bedingtheit folgt eine regelrechte Kaskade von Bedingtheiten und Widersprüchen. Betrachten wir die Zahlenwerte der ersten beiden Wörter, dann stellen wir fest, dass dem 2. Wort im Verhältnis zum 1.die zweite Hälfte fehlt. Auf der Satzebene wird die darin liegende Botschaft noch deutlicher.

Der erste Satz enthält exakt 11 der 22 Buchstaben des hebr. Alphabeths. Die „Halbheit“ stellt das Beziehungsverhältnisses 1:2 heraus, um das es immer geht. Auch hier ist das Erste, der erste Satz, wie das „B“ am Anfang eine „Halbheit“. Das Voranstellen des Zweiten ist Programm. So erklärt sich auch der überaus eigenartige Bau des so wichtigen ersten Satzes. Anstatt des erwarteten, leicht zu bildenden und klar verständlichen Verbalsatzes „Gott schuf im Anfang den Himmel und die Erde …“, bei dem die Zahl 1 und zugleich Gott den Anfang eingenommen hätten sowie das zweite Wort mit der Zwei begonnen hätte, beginnt die Schrift mit einem Konjunktionalsatz „[(Als) Im-Anfang schuf Götter …“] und einer Kaskade von Widersprüchen.

2-200-1 In dieser wohl kaum zufälligen Wahl verbirgt sich offenbar der Kern der Weisheit, die zu vermitteln die Schrift angetreten ist und die schon das Beth zum ersten Träger des religiösen Zentralgeheimnisses macht. Nach der kabbalistischen Tradition wird deshalb auch die paradoxe Konstruktion, der „erste Buchstabe Beth“ zusätzlich mit einer kleinen Krone verziert.[22]

Auf welche rechte[23] Weise sich die über die Zwei aufgebaute Spannung zu entwickeln hat, wird natürlich ebenso gleich zu Anfang in den ersten beiden Wörtern vermittelt: Eins und Zwei, das Ganze und das Teilhaftige, das Ungebrochene und das Gebrochene stehen sich gegenüber wie These und Antithese. Ziel von These und Antithese ist die Synthese. Die Synthese der zuvor getrennten Teile zu einem größeren und komplexeren Ganzen, welches die Einheit, Ganzheit und Vollkommenheit sichtbar und erfahrbar macht, ist auch das Ziel und das Prinzip der Schöpfung. Wir erfahren das, wenn wir uns das erste (Ur-)Verb der heiligen Schrift, das »bara« [hebr. »schöpfen«] anschauen das explizit dem göttlichen Schöpfungsakt vorbehalten ist.

Die im göttlichen »bara« verborgene kabbalistische Weisheit offenbart sich in seiner Zahlenfolge 2→200→1. Sie beschreibt die an allem Anfang stehende, allgegenwärtige Polarität (2). Sie ist der Zustand der Spannung und Bedingtheit. Im dinglichen Sinn ist sie das Andere, eine Antithese zu etwas schon Vorhandenem. Synthese kann nur geschehen, wenn das jeweils andere nicht getötet sondern vielmehr erhöht wird. Das ist im wahrsten Sinn des Wortes »notwendig«, um im Vollzug der Synthese seine Aufgabe erfüllen zu können. Wenn die Zweiheit auf ein höheres Niveau gebracht wird, wird sie zur Synthese befähigt. Zahlensymbolisch wird das ins Bild gesetzt durch das Hinzutreten der Null. Das Polare wird, genau genommen, auf eine zweifache Weise erhöht. Dann erst wird Einheit (1) offenbar, was die heilige Schrift mit der Zahlenfolge 2→200→1 zu beschreiben versucht. Diese ersten drei Buchstaben und dieses erste Verb, das Tun Gottes, sind die höchste Konzentration biblischer Weisheit. Als solche bilden sie zugleich eine Halbheit (Bedingtheit), denn sie bilden genau (und nur) die Hälfte des ersten Wortes (Bereschit). Damit wird das Verhältnis 1:2 ins Bild gesetzt und ausgesagt, dass die Eins und die Zwei unabdingbar zusammen gehören. Diese gleiche Aussage wird auf gegenpolare Weise im 2. Wort, dem »bara« ins Bild gesetzt. Die gleichen drei Buchstaben bilden auch das zweite Wort; doch bilden sie hier das ganze Wort! Im ersten Wort, dem Sinnbild des Ganzen (Einheit) stehen sie für eine Halbheit und im zweiten Wort, dem Sinnbild der Polarität (Zweiheit), stehen sie für das Ganze. 2 = 1 und 1 = 2 heißt die Botschaft der ersten beiden Wörter. Sie stehen einander gegenüber wie These und Antithese.

Die Bibel hebt mit der Zwei an und bindet sie zugleich unmittelbar und auf polare Weise an die Einheit. Das zweite Wort ist auf zweifache Weise vollkommen: Die aus dem ersten Wort kommenden drei Buchstaben repräsentieren das Vollkommene, weil sie trotz ihrer Halbheit ein vollkommenes Wort sind und sie repräsentieren das Vollkommene, weil sie das vollkommene Tun Gottes beschreiben. Es ist also vollkommen „obwohl“ ihm zum Ersten eine Hälfte fehlt und „gerade dadurch“, dass sie ihm fehlt.

Erst das dritte Wort (Götter, hebr. »Elohim«), das Symbol der Synthese steht für das göttliche Subjekt. Oder anders ausgedrückt: Die Offenbarung der Einheit bedarf einer vorangehenden Zweiheit. Die Einheit offenbart sich erst in der Dreizahl! So versteht es sich, weshalb der so gewichtige Gottesbegriff »Elohim« nicht, wie wir es ursprünglich erwartet hätten, am Anfang der Schöpfung steht, sondern „erst“ an dritter Position. Das dritte Wort »Elohim« ist übrigens ein Plural-Name, so, wie die gesamte Schöpfung eine plurale ist und erst in der Vielheit der Zahlen 2 bis Unendlich zum Ausdruck kommt.

Diese biblische Kernaussage lässt sich ohne Einschränkung auf die Naturwissenschaften übertragen. Auch sie vollziehen auf die gleiche Weise die Ordnung nach. Auch sie spalten indem sie nach Erkenntnis streben. Doch wer nach Erkenntnis strebt, kann beim Spalten nicht bleiben. Ziel ist immer die Synthese. So bedeutet Erkenntnis dann auch die fortwährende Verringerung von Vieldeutigkeit bis eine Einheit, ein Ganzes sichtbar wird. Die Naturwissenschaften schließen mehr und mehr aus. An ihrem tiefsten Punkt bleibt ihnen jedoch keine andere Wahl, als sich, dem archetypischen Vorbild der Zahlenfolge 2→200→1 nach, dann auch wieder dem vormals ausgeschlossenen Subjekt zuzuwenden. Das ist dann der Augenblick, in dem „der Stein, den die Bauleute verworfen haben, zum Eckstein wird.[24] Wegen ihrer Vorurteile, die zugleich die Vorbedingungen ihrer Existenz waren, finden sie nur gemeinsam die gesuchte, größtmögliche Kompression der Gesetze – den normativen Durchgriff der Zahlen. Am Ende offenbaren sie ihren Urgrund, die allen Anfang bildende Einheit, Ganzheit und Vollkommenheit.

Die besondere Gabe des Menschen, in der Vielfalt der Erscheinungen das Einfache (z.B. das Regelmäßige und Beständige) zu erkennen macht ihn zum Ebenbild der Vollkommenheit. Sie macht ihn in einer auf den ersten Blick unüberschaubaren Welt überlebensfähig und sie macht diese Welt ein Stück weit „berechenbar“. Wenn das Berechenbare dann an seine natürlichen Grenzen stößt und mit seiner Halbheit konfrontiert wird, bedarf es erneut des Anderen, das seit langem schon an der gegenüberliegenden Seite der gleichen Grenze steht. Die Synthese wird eine neue, weniger dinghafte Wissenschaft sein. Sie wird eine Strukturwissenschaftseinund die Weisheit vernehmen, von der die Zahlen erzählen.

Wir wollen bei all dem Messbaren das Maßgebende finden. Wo immer wir hinschauen, es ist die unser Leben durchdringende Zahl. Sie ist es, weil sie eine ganz besondere, eine »einmalige« Beziehung zur Einheit, Ganzheit und Vollkommenheit hat. Deshalb ist sie das ordnende Band des Weltenbaues. Die Zahl ruft uns eine unvergängliche Botschaft zu:

Ich rechne mit Dir. Auf mich kannst Du zählen.

 


[1] Erwin Schrödinger, Was ist Leben, Piper, 1993, 4. Auflage, 29f, Vorwort v. 1944.

[2] J. Maier, Die Kabbalah, München 1995, I. Bausteine.

[3] vgl. Marie-Luise von Franz, Zahl und Zeit, Klett-Cotta 1990, 131.

[4] Marie-Luise von Franz, Zahl und Zeit, Klett-Cotta 1990, 32.

[5] Marie-Luise von Franz, Zahl und Zeit, Klett-Cotta 1990, Vorwort.

[6] Gottfried Wilhelm Leibniz, Disputatio metaphysica de principio individui, Leipzig 1663.

[7] Wolfgang Pauli: Naturwissenschaftliche und theoretische Aspekte der Idee des Unbewußten, Aufsätze und Vorträge über Physik und Erkenntnistheorie, Braunschweig 1961, 122.

[8] vgl. Marie-Luise von Franz, Zahl und Zeit, Klett-Cotta 1990, 151.

[9] H. Weyl, Philisophy of mathematics and Natural Sciense, Princeton 1949, 7f.

[10] P.J. Davis, The Lore of Large Numbers, New Mathematical Libr., Yale 1961, 82f.

[11] W. Heisenberg, Physik und Philosophie, Stuttgart 1959, 52f.

[12] zit. n. Marie-Luise von Franz, Zahl und Zeit, Klett-Cotta 1990, 73.

[13] Roger Penrose, Schatten des Geistes, Wege zu einer neuen Physik des Bewusstseins, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg Berlin Oxford, 1995, 524.

[14] John D. Barrow, Ein Himmel voller Zahlen – auf den Spuren mathematischer Wahrheit, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg Berlin Oxford, 1994, 16.

[15] Alfred North Whitehead, einer der Autoren der »Principia Mathematica« (1910-13), welche die Arithmetik logisch begründet, äußert sich später in seinem wohl wichtigsten Buch, »Prozess und Realität«, zur philosophischen Tradition Europas. Für Whitehead sei danach diese am sichersten als eine »Reihe von Fußnoten zu Platon« zu beschreiben.

[16] Plato, Sämtliche Dialoge, Band IV, Der Staat, übers. und hrsg. von Otto Apelt, Felix Meiner Verlag, Leipzig 1923, Siebtes Buch, 522 St.

[17] Plato, Sämtliche Dialoge, Band IV, Der Staat, übers. und hrsg. von Otto Apelt, Felix Meiner Verlag, Leipzig 1923, Siebtes Buch, 525St.

[18] Ludwig Wittgenstein, Culture and Value, Oxford 1980, 41

[19] Rudolf Taschner, Zahl, Zeit, Zufall. Alles Erfindung?, ecowin 2007, 182

[20] vgl. H.-P. Dürr: „Jedenfalls ist die Materie nicht aus Materie aufgebaut! Was wir finden sind „Wirks & Passierchen“ oder H. Lesch: „In der Physik sind Prozesse wichtiger als Substanzen.

[21] Heinrich Heine, Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland, 150. Digitale Bibliothek Band 3: Geschichte der Philosophie, 3412 (vgl. Heine-WuB Bd. 5, 263).

[22] vgl. Daniel Krochmalnik, Im Garten der Schrift Wie Juden die Bibel lesen, Sankt Ulrich, Augsburg 2006, 118.

[23] Die „rechte Weise“ versteht sich hier im pythagoreischen Sinne, in dem zwei widerstreitende Pole durch den bewusst gewählten rechten Winkel verbunden werden und so die neue Dimension, die Ebene bilden. Das Musterbeispiel ist das pythagoreische Dreieck der Seitenlängen 3, 4 und 5, das sodann exakt den Einheitskreis einschließt und zur Darstellung bringt.

[24] Ps 118,22; Mt 21,42; Mk 12,10; Lk 20,17; Apg 4,11; 1.Petr 2,7

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