DAS ZEICHEN
DAS ZEICHEN von Michael Stelzner Alles VergänglicheIst nur ein Gleichnis;Das Unzulängliche,Hier wird’s Ereignis;Das Unbeschreibliche,Hier ist’s getan;Das Ewig-WeiblicheZieht uns hinan. (Goethe, Faust. Der Tragödie zweiter Teil,
von Michael Stelzner
Die Schlange ist ein Symbol für das Lineare, das notwendigerweise in der Welt ist und mit dem die Menschen konfrontiert werden. Die Welt begegnet dem Menschen in lauter Oberflächen. Ihre Dinge erscheinen ihm aus vielen Perspektiven linear. Das aber ist sie nicht wirklich. Sie ist triadisch. Die zunächst von ihm nur polar wahrgenommenen Dinge mit ihrem Anfang und Ende muss der Mensch zu einem größeren Ganzen verbinden. Metaphorisch gesehen muss er die Enden der Schlange mit einander zu einem Kreis verbinden. So entsteht die sich in den Schwanz beißende Schlange (Ouroboros).
Die sich in den Schwanz beißende Schlange wird immer wieder in der Form gedeutet, dass es ein „sich selbst genügendes Wesen“ ist und sich von seinen eigenen Ausscheidungen ernährt. Das aber verkennt die angesprochene Trinität. Wer sie so interpretiert, der hat die Polarität von Anfang und Ende nur eingetauscht in Innen und Außen und verfehlt wiederum den dritten, erlösenden Punkt.
Am Ende bewirkt die Schlange die „Drehbewegung“. Das aber ist ihr nicht bewusst! Die Dimension des Geschehens erkennt nur der Mensch, der dazu allerdings einen Weg „außerhalb des Garten Edens“ gehen und die Gegensätze konfrontieren muss.

Das Dreieck symbolisiert die zweifache Verbindung von Gegensätzen. Es verbindet die linear angeordneten Gegensätze 1 und 2 und es verbindet darüber hinaus diese Linearität mit einem Dritten aus einer höheren Dimension. Die sich in den Schwanz beißende Schlange ist ein Symbol für die zwei notwendigen Aspekte, die zu einer höheren Dimension führen.
¹ Ouro (Schwanz), Boros (Essen)
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